Hier findet Ihr Informationen zum Spielbetrieb in der Meisterschaftsrunde und bei Turnieren sowie zu den Spielregeln und den Vorschriften der Spielordnung.


Überblick über die Meisterschaftsspiele und Turniere im Badminton (Jugend)


1. Alterseinteilung


Im Badminton gibt es im Jugendbereich die folgenden Altersklassen: U11, U13, U15, U17 und U19. Es gilt die Regel, dass jemand, der z.B. in der Altersklasse U11 spielt, in dem Kalenderjahr, in dem die Saison beginnt, nicht schon 11 Jahre alt werden darf. (Entsprechend bei den anderen Altersklassen.)

„Pech“ haben also vor allem diejenigen, die im Dezember eines Jahres geboren sind. Beispiel: Jemand, der im Dezember 2004 13 Jahre alt wird, muss in der Saison 2004/2005 bei den U15ern spielen. Da die Saison immer im August/September beginnt, spielt er 3 Monate als 12jähriger in der Altersklasse U15 (und nicht U13).

Die Altersklasse U13 bildet die „Mini-Mannschaften“, die U15er sind die „Schüler“ und die U17er und U19er bilden die „Jugend“. Sowohl bei den Meisterschaftsspielen wie auch bei den Turnieren darf man in einer höheren Altersklasse starten. Setzt sich ein Doppel aus z.B. einem U15er und einem U17er zusammen, so muss in der Altersklasse U17 gestartet werden.



2. Meisterschaftsspiele

Es gibt Meisterschaftsrunden für die Minis, die Schüler und die Jugend. Dabei gibt es leichte Unterschiede im Ablauf.

Bei den Minis bilden mindestens vier Spieler eine Mannschaft. Hier können Mädchen gegen Jungen spielen, es wird kein Unterschied zwischen den Geschlechtern gemacht. Jeder Verein stellt eine Rangliste auf, die sich nach der Spielstärke richtet. Pro Begegnung werden sechs Spiele ausgetragen: zwei Doppel und vier Einzel. Auf diese Weise macht jeder zwei Spiele. Man darf mit mehr als vier Spielern antreten, allerdings kann dann natürlich nicht mehr jeder zwei Spiele machen. Tritt man nur zu dritt an, gibt man zwei Spiele kampflos ab: das zweite Doppel und das vierte Einzel. Mit nur zwei Spielern darf man nicht antreten. Es muss nämlich gewährleistet sein, dass man die Begegnung gewinnen kann und mit zwei Leuten kann man höchstens drei Punkte machen, also höchstens unentschieden spielen.

Für die Schüler und Jugend gilt folgendes: Jedes Team besteht aus (mindestens) vier Jungen und zwei Mädchen. Man muss mit mindestens einem Mädchen antreten (wörtlich: „zwei Spiele müssen mit Damenbeteiligung sein“), nur mit Jungen geht es also nicht! Damit ist Badminton die einzige Sportart, in der in Meisterschafts-Mannschaften Männer und Frauen zusammen spielen.

Es werden pro Begegnung acht Spiele ausgetragen: zwei Jungendoppel, ein Mädchendoppel, ein Gemischtes Doppel („Mixed“), 3 Jungeneinzel und ein Mädchen-Einzel. Als Minimumbesetzung gilt, dass man die Begegnung gewinnen können muss, d.h. man muss von den acht Spielen fünf gewinnen können. Dass man nur mit drei Jungen oder nur mit einem Mädchen antritt, kommt schon häufiger vor. Im Extremfall ist es aber auch möglich, dass man z.B. mit 2 Jungen und 2 Mädchen antritt. (Macht Euch in einer stillen Stunde mal selber klar, dass man dann immer noch fünf Punkte in einer Begegnung machen kann.) Die Maximalbesetzung ist seit neuestem, dass man mit 8 Jungen und 4 Mädchen antreten kann. Dann macht aber jeder nur ein Spiel.

Für die Meisterschaftsspiele stellt jeder Verein eine Rangliste auf, eine für die Jungen und eine für die Mädchen. Dabei müssen die Spieler einer bestimmten Mannschaft genau zugeordnet werden. Spieler aus unteren Mannschaften können in höheren Mannschaften als Ersatzspieler eingesetzt werden. Das muss auf dem Spielberichtsbogen eingetragen werden. Es ist auch möglich, dass ein Spieler z.B. aus der Schüler-Mannschaft in der Jugend Ersatz spielt. In allen Fällen geht das aber nur maximal zweimal pro Halbsaison.

Bei den Minis und den Schülern bestehen die einzelnen Staffeln aus sechs Teams, die Saison hat also 10 Spieltage.

Bei der Jugend ist es so: es gibt die sogenannte „Landesliga“, in der die „Besseren“ spielen. Hier gibt es ebenfalls 6er-Staffeln. Dann gibt es die „Bezirksliga“ mit 8er-Staffeln (14 Spieltage). Für die Bezirksliga gibt es keine Qualifikation, jeder Verein entscheidet selber, ob er seine Jugendmannschaft dort spielen lassen will oder nicht.

Die Saison geht immer von September bis März. Normaler Spieltermin ist immer samstags, 16.00 Uhr. Man soll aber eine halbe Stunde vor dem Beginn in der Halle sein, damit man sich in Ruhe umziehen und aufwärmen kann. Außerdem muss der Spielbericht ausgefüllt werden und die Mannschaften begrüßen sich, bevor es losgeht. Bei der Begrüßung werden vor allem die Spielpaarungen vorgelesen. Wenn Eure Namen genannt werden, zeigt bitte kurz auf, damit alle wissen, wer gemeint ist.



3. Bezirks-Mannschaftsmeisterschaften bzw. Bezirks-Pokal

Minis, Schüler, Jugend-Meisterklasse: die ersten beiden jeder Staffel sind für die Bezirks-Mannschaftsmeisterschaften qualifiziert, die immer im März stattfinden. Diese Meisterschaften finden in Form eines Turnieres an einem Wochenende (Sa und So) statt. Gewinnt man, ist man Bezirksmannschaftsmeister und hat sich für die Westdeutschen Mannschaftsmeisterschaften qualifiziert (wo man sich wiederum für die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften qualifizieren kann). Bei diesen Turnieren muss man komplett antreten!

In der Jugend-Normalklasse gibt es den sogenannten Bezirks-Pokal: die ersten drei einer jeden Staffel sind dafür qualifiziert. Der Modus ist wie beim Fußball-DFB-Pokal: in den ersten Runden werden Begegnungen ausgelost, die in Hin- und Rückspiel ausgetragen werden. Die letzten vier spielen dann im Rahmen eines Turniers um den Bezirkspokal.

„Kreis-Mannschaftsmeisterschaften“ (z.B. für Nord IIa) gibt es nicht.



4. Deutsche Meisterschaften / Westdeutsche Meisterschaften (im Einzel, Doppel, Mixed)

Hier geht es nicht um Mannschaften, sondern um Einzelspieler bzw. Doppel/Mixed. Der Weg zum Deutschen Meister im Badminton ist natürlich lang. Er sieht so aus:

Der erste Schritt ist die Teilnahme an den „Kreisvorentscheidungen zur Westdeutschen Meisterschaft“ (KVE). Mit Kreis ist wieder ein Badminton-Kreis (also nicht ein politischer Kreis) gemeint. Kommt man im Einzel unter die besten acht bzw. im Doppel/Mixed unter die besten vier, so ist man für das nächsthöhere Turnier qualifiziert. Gewinnt man die Kreisvorentscheidungen, so ist man „Kreismeister“. (Es kann allerdings aus Zeitgründen vorkommen, daß bei einer KVE nur solange gespielt wird, bis die Qualifizierten feststehen, und der Kreismeister nicht ausgespielt wird). Hat man schon genügend Ranglistenpunkte (Ranglistenturniere), so braucht man bei den KVE nicht zu spielen, sondern ist schon weiter qualifiziert.

Das nächsthöhere Turnier sind die „Bezirksvorentscheidungen“ (BVE). Hier qualifizieren sich die besten vier im Einzel und die besten beiden im Doppel/Mixed für die Westdeutschen Meisterschaften, wo man sich dann für die Deutschen Meisterschaften weiterqualifizieren kann.

Diese Turnier-“Schiene“ wird allgemein als die wichtigere, „schönere“ angesehen. Ihr großer Nachteil ist, dass immer nach dem einfachen K.O.-System gespielt wird, d.h. nach einer Niederlage ist Schluss.



5. Ranglisten-Turniere

Eine ganz andere Schiene bilden die Ranglistenturniere. Im Jugendbereich stehen auf der untersten Ebene die Bezirks-Ranglistenturniere (Abk.: B-RLT) im Einzel bzw. Doppel (B-ERLT bzw. B-DRLT). Hierfür muss man sich allerdings qualifizieren. In den letzten Jahren hat es allerdings nur im Einzel Qualifikations-Turniere gegeben (E-QRLT).

Pro Saison gibt es zwei DRLT und zwei ERLT. Die Doppelturniere finden in der Regel schon vor den großen Ferien statt, die beiden ERLT nach den großen Ferien.

Für das erste RLT einer Saison qualifizieren sich die ersten vier der „Qualis“. Für das zweite E-RLT der Saison sind die ersten acht des ersten RLT und die ersten vier des zweiten Qualifikations-Turniers startberechtigt (Einzel) bzw. die ersten acht des ersten RLT und die ersten beiden des zweiten Qualifikations-Turniers im Doppel. Wer sonst noch startberechtigt ist, richtet sich nach komplizierten Regeln, die ich Euch bei Interesse extra erklären kann.

Die nächst höhere Ebene ist im Jugendbereich sofort das NRW-Ranglistenturnier.

Der Ranglistenturnier-Modus sieht so aus: Jeder Platz wird ausgespielt, es gibt also kein Ausscheiden. Gleich das erste Spiel ist das allerwichtigste: gewinnt man es, ist man schon unter den ersten acht (und weiterqualifiziert), während die Verlierer nur noch um Platz 9 - 16 spielen. (Es gibt immer 16er-Felder) Gewinnt man das erste Spiel und verliert das zweite, spielt man um die Plätze 5 - 8. Ihr könnt Euch ja mal selber ausrechnen, auf welchem Platz man landet, wenn man z.B. die ersten beiden Spiele verliert und die letzten beiden gewinnt. (Wenn Ihr das hinkriegt, habt Ihr das System verstanden.) Für jeden Platz gibt es bestimmte Ranglistenpunkte. Hat man eine Menge davon, ist man z.B. bei weiteren RLT „gesetzt“, d.h. spielt nicht sofort gegen andere Gute; und man braucht nicht bei den KVE zu spielen, sondern ist schon sofort für die BVE qualifiziert.


Mannschaftsaufstellung mit 2 Herren und 2 Damen

Es geht um die Situation, dass eine Mannschaft nur mit zwei Herren und zwei Damen antritt. Es ist klar, dass man so antreten darf, die Spielordnung (SpO) sagt dazu, dass man fünf Spiele austragen können muss (damit man gewinnen kann, also eine Begegnung nicht von vornherein nur unentschieden ausgehen kann oder nur verloren werden kann). Bei dieser Konstellation gibt es nun aber zwei Möglichkeiten, wie man aufstellen kann:

a) 1. HD, 1. HE, 2. HE, DD, DE          b) 1. HD, 1. HE, DD, DE, Mx

Ich gebe zu, dass ich davon ausgegangen war, dass nur die Möglichkeit b) die richtige ist. Bei dieser Aufstellung machen nämlich alle anwesenden vier Spieler je 2 Spiele, während bei Möglichkeit a) die 2. Dame nur ein Spiel macht. Viele andere, die ich fragte, sahen das genauso, dass das Mixed gespielt werden muss, eben weil dann jeder seine zwei Spiele macht.

Das ist aber leider nicht mehr als ein Gerücht! Es gibt und gab nie eine Verpflichtung, das Mixed zu spielen, man kann also nach Möglichkeit a) aufstellen. Der Gegner hat kein "Mitspracherecht" bei der Aufstellung einer Mannschaft, er kann nicht darauf bestehen, das Mixed zu spielen. In der SpO steht nämlich lediglich: "Zwei der fünf ausgetragenen Spiele müssen mit Damenbeteiligung sein." Dass eins davon das Mixed sein muss, steht da nicht!

Kommentar: Ob das so im Sinne des Sports ist? Da tritt eine Mannschaft mit der Minimalbesetzung an und dann macht noch nicht mal jeder zwei Spiele? Irgendwie tritt ein solches Team nur mit "3,5 Spielern" an und noch nicht mal mit vier. Und dass das zu unerquicklichen Diskussionen mit dem Gegner führen kann, liegt für mich auch auf der Hand.

Mannschaftsaufstellung: Anzahl der Spieler

"In einem Mannschaftskampf können beliebig viele Herren und Damen eingesetzt werden. Jeder Spieler darf nur a) in maximal zwei Spielen und b) in verschiedenen Disziplinen eingesetzt werden." Die alte Regelung, dass maximal 5 Herren und 3 Damen eingesetzt werden können, ist Vergangenheit!

Das bedeutet im Extremfall, dass eine Mannschaft mit 8 Herren und 4 Damen antreten kann. Dann macht aber jeder nur ein Spiel.

Vornamen auf dem Spielbericht eintragen

Auf dem Spielberichtsbogen müssen die Vornamen der Spieler ausgeschrieben werden. Eine Abkürzung des Vornamens reicht nicht mehr aus! Wörtlich heißt es weiter, dass mindestens einmal der Vorname ausgeschrieben vorkommen muss (wenn nicht noch ein Spieler gleichen Nachnamens im Spielbericht auftaucht, in diesem Fall müssen die Vornamen jedesmal vollständig ausgeschrieben werden). Das heißt konkret, dass der Vorname beim Einzel ausgeschrieben wird, in den Feldern bei den Doppeln könnte er dann abgekürzt werden.

Neue Zählweise ab der Saison 2006/07

Das grundsätzlich Neue ist die sogenannte "Rally-Point"-Zählweise. Das heißt, dass derjenige Spieler, der den Ballwechsel gewinnt, einen Punkt bekommt, egal ob er der Aufschläger oder der Rückschläger war. Bisher konnte ja nur derjenige einen Punkt machen, der den Aufschlag hatte. Wenn der Rückschläger den Ballwechsel gewinnt, erhält er das Aufschlagrecht. Die Stellung im Feld bleibt so wie es war: bei geradem Punktestand wird der Aufschlag von rechts gemacht, bei ungeradem Punktestand von links. Der Begriff "Rally" bedeutet übrigens "Ballwechsel".

Es wird in allen Disziplinen (also auch im Dameneinzel) auf zwei Gewinnsätze bis 21 Punkte gespielt. Dabei muss am Satzende ein Vorsprung von mindestens zwei Punkten erreicht werden. Es gibt keine Verlängerung durch die Spieler mehr. Sollte der Zwischenstand 21:20 sein, wird solange weiter gespielt, bis einer zwei Punkte Vorsprung hat, maximal jedoch bis 30 Punkte. Ein Satz-Endergebnis von 30:29 ist also möglich. In einem eventuellen dritten Satz werden die Seiten gewechselt, wenn einer der Spieler 11 Punkte erreicht hat.

Die Regelungen für das Doppel:

Gewinnt die aufschlagende Partei den Ballwechsel, bleibt alles so wie es war: solange der Aufschläger Punkte macht, schlägt er weiter auf, wobei er wie bisher im Wechsel von rechts und links aufschlägt. Es gibt allerdings keinen zweiten Aufschlag mehr! Verliert die aufschlagende Partei den Ballwechsel, geht das Aufschlagrecht sofort an die rückschlagende Partei über (die selbstverständlich auch einen Punkt für diesen gewonnenen Ballwechsel bekommt!). Hierbei werden die Positionen aller Spieler nicht verändert!

Wer von den beiden Partnern nach dem Aufschlagwechsel aufschlägt, richtet sich nach dem Punktestand dieser Partei: bei geradem Punktestand wird von rechts aufgeschlagen, bei ungeradem von links! (Es ist also nicht mehr so, dass in jedem Fall der rechts stehende Partner den Aufschlag macht, es kann sein -bei ungeradem Punktestand-, dass der links stehende Partner den Aufschlag macht!) Auf diese Weise ist gewährleistet, dass die beiden Partner eines Doppels abwechselnd den Aufschlag machen. Man muss sich also in Zukunft merken, wo man bei Beginn des letzten Ballwechsels stand (und nicht mehr, wo man bei "Null beide", also am Anfang des Satzes, stand.).

Pausenregelung/Coaching ab der Saison 2006/07

Ganz neu ist auch die Pausenregelung: wenn in einem Satz die führende Partei 11 Punkte erreicht hat, gibt es eine Pause von 1 Minute. Zwischen zwei Sätzen gibt es eine Pause von 2 Minuten, während derer das Spielfeld verlassen werden darf. Neu auch die Coaching-Regelung: in Zukunft können nach jedem Ballwechsel Ratschläge durch den Trainer gegeben werden (also nicht mehr nur zwischen den Sätzen).

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